Beautyfragen – von Experten beantwortet

 

Wie wirken Linefiller?

Valerie Philippon, Medical Kommunikationsexpertin für FILORGA:
„Hyaluronsäure ist eine hygroskopische Substanz, die natürlicherweise in der Haut vorkommt. Im Laufe der Zeit, aber auch durch Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Rauchen oder Stress sinkt ihr Anteil in der Haut alle 10 Jahre um etwa 6 %. Die Injektion von vernetzter Hyaluronsäure ermöglicht ein langsameres Abbauen der Hyaluronsäure in der Haut. Das spendet nicht nur langanhaltende Feuchtigkeit, sondern polstert auch Falten auf und wirkt Volumenverlust entgegen.“

Stefanie Kern, Specialist Digital Marketing, PR & Advertising, Mary Kay Cosmetics GmbH:
„Linefiller sind dafür gedacht, ganz gezielt gegen Falten auf der Stirn, rund um Mund, Augen und Lippen vorzugehen. Damit sie dieser großen Aufgabe gewachsen sind, kommen besonders ausgeklügelte Wirkstoffe zum Einsatz. Dank ihnen legen sich die Linefiller in tiefe Falten und Linien, um Freiräume zu füllen und so eine einheitlichere und ebenmäßigere Hautoberfläche zu schaffen. Denn: Je weniger Schatten im Gesicht zu sehen sind, desto jünger und frischer strahlt die Haut. Doch nicht nur die Zusammensetzung ist wichtig für eine maximale Wirkung, auch die Anwendung muss stimmen. Der Linefiller wird – am besten mit einem integrierten Präzisionsapplikator – direkt auf die Falten aufgetragen und anschließend nicht verrieben, sondern vorsichtig mit den Fingerspitzen an den richtigen Stellen eingeklopft.“

Was versteht man unter Hautermüdung und wie wirkt sich dieser Prozess auf das Erscheinungsbild aus?

Dr. Patricia Ogilvie, wissenschaftliche und dermatologische Beraterin für Olaz: 
„Unter Hautermüdung versteht man die abnehmende Zellenergieproduktion der Haut. Diese verursacht Veränderungen im Hautbild, wie zum Beispiel Fältchen, Hauttonunregelmäßigkeiten und Rötungen – Stress, eine unausgewogenen Ernährung und zu wenig Schlaf können die Hautermüdung beschleunigen.“

Wie wirken Enzympeelings und sind sie auch für empfindliche Haut geeignet?

Jasmin Wienhusen, Director Product Development Vyon Cosmetics GmbH Düsseldorf:
„Es gibt Enzympeelings, die Hefeproteine enthalten, die für ihre fett- und eiweißspaltenden Eigenschaften bekannt sind. Sie lösen den Zwischen-Zell-Leim der Hornzellen auf, der zusammen mit den abgestorbenen Hautpartikeln sowie Verunreinigungen entfernt wird. Gleichzeitig findet eine Anregung zur Zellerneuerung statt, so dass der Teint frisch, das Hautbild klar und weich erscheint. Dadurch, dass sie keine Schleifkörperchen enthalten, sind sie auch für die sensibelste Haut geeignet.“

Annette Sattmann, Customer Marketing Manager, MARBERT:
„Enzympeelings reinigen die Haut besonders hautschonend. Schon nach kurzer Einwirkzeit lösen Enzyme durch die Spaltung von Eiweißbausteinen verhornte Hautzellen und die lockeren Hautschüppchen, Hautfett, Make-up Reste und Umweltschadstoffe können einfach abgewaschen werden. Dies führt zu einem reinen, feinporigen Hautbild und einem frischen, strahlenden Aussehen.
Da bei der Reinigung mit Enzympeeling im Vergleich zu mechanischen Peelings gezielt auf Reibung verzichtet wird, werden sie auch von empfindlicher Haut meist gut vertragen.“

Sollte man bei Masken die Augenpartie aussparen?

Sabine Kästner, Beauty- und Naturkosmetikexpertin bei Lavera:
„Es ist immer besser, bei Masken die Augenpartien auszusparen, auch in der Naturkosmetik. Warum? Die Maske liegt auf der Haut auf, trotzdem lässt es sich nicht ganz ausschließen, dass etwas ins Auge kommt. Daher lieber auf Nummer sicher gehen.“

Dr. Jürgen Blaak, Ressortleiter Medizin, Kneipp GmbH, Würzburg:
„Ja, 1-2 Finger breit sollte man die Augenpartie beim Auftragen einer Gesichtsmaske unbedingt aussparen. Unerwünschte Stoffe, wie z. B. Peelingkörperchen, könnten ansonsten ins Auge gelangen. Außerdem ist die Haut um die Augen besonders dünn und empfindlich und bedarf einer speziellen Pflege. So enthalten Produkte für die Augenpartie beispielsweise keine Öle, die ins Auge kriechen.“

Dr. Chr. Rimpler, Geschäftsführer und Leiter der F&E bei Dr. Rimpler:
„Die Frage lässt sich leider nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Masken sind Spezialkosmetikprodukte, welche aufgrund ihrer Okklusionseffekte das Eindringen von Wirkstoffen verbessern. Wird diese Okklusion durch den Einsatz von filmbildenden Fetten oder Wachsen erzeugt, ist die Anwendung im Augenbereich weniger zu empfehlen, da diese dann durch den Spreiteffekt auch ins Auge gelangen können und dort ein Brennen erzeugen.
Es gibt aber Masken, die beispielsweise auch mit Biopolymeren eine Okklusion erzeugen, die dann sehr gut auch im Augenbereich anzuwenden wären. Deshalb würde ich im Zweifelsfalle immer eine Fachverkäuferin fragen, am besten eine gut ausgebildete Kosmetikerin.“

Ariane Kaestner, Geschäftsführerin Luvos Heilerde-Gesellschaft:
„Beim Auftragen einer Gesichtsmaske sollte man immer die Partie um die Augen herum aussparen. Die Haut unter den Augen ist sehr empfindlich und braucht spezielle Augenpflege-Produkte, wie Seren oder Pads, die auf diese Partie ausgerichtet sind. Geht man mit der Masken-Substanz außerdem zu nah an die Augen heran, ist die Gefahr vorhanden, dass es zu Reizungen der Schleimhäute kommen kann. Besonders beim Tragen von Kontaktlinsen sollte man da vorsichtig sein.“

Dr. rer. nat. Michaela Arens-Corell, Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung der Sebapharma GmbH & Co. KG:
„Sicherheitshalber sollte man bei allen Produkten, die nicht speziell als Masken für die Augenpartie konzipiert sind, diesen Bereich aussparen, auch wenn das nicht ausdrücklich im Anwendungshinweis steht. Zum einen ist die Haut an den Lidern wesentlich dünner und trockener als sonst im Gesicht und damit anfälliger für Reizungen. Peelingmasken vermindern die ohnehin schwache Barrierefunktion weiter, reine Feuchtigkeitsmasken decken den Fettbedarf dieser Partie nicht ausreichend, während fettreiche Masken durch Abdeckeffekte die zarte Haut reizen können. Zum anderen enthalten Masken oft Spreitstoffe, um das Verteilen zu erleichtern. Dadurch kommen aber leicht auch Bestandteile der Maske ins Auge, die die Bindehaut reizen können, so dass die Augen tränen und rot werden. Zuletzt stellt das Abnehmen eingetrockneter Masken einen erheblichen mechanischen Stress für die dünne und zarte Haut der Lider dar.“

 

Wie entsteht der sogenannte Booster-Effekt auf der Haut?

Doris Förster, Specialist Communications & PR, Mary Kay Cosmetics GmbH:
„Ein Booster-Effekt entsteht vor allem durch Inhaltsstoffe, die die Zellerneuerung beschleunigen und so tiefe Linien und Falten bekämpfen. Besonders wirksam ist hierbei Retinol. Was man bedenken sollte: Je reifer unsere Haut wird, desto stärker wirken schädigende Umwelteinflüsse auf sie ein. Deswegen sollte man bereits frühzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen und auf hohe Lichtschutzfaktoren sowie eine ausreichende Versorgung mit Feuchtigkeit – bei Tag und Nacht – achten.“

Petra Lauble, Training Consultant Elizabeth Arden:
„Die Haut ist das größte Organ des Körpers und maßgeblich mitverantwortlich für dessen Gesundheit und Wohlbefinden. Der Booster Effekt ist die Fähigkeit der obersten Hautschicht (Stratum corneum), Wirkstoffe aufnehmen und weiter geben zu können. Diese Fähigkeit hängt von dessen intakter Hautbarriere, Mikroflora und Hydratisierung ab.“

Esther de Levie, Director Training Coty Prestige:
„Booster heißt übersetzt Verstärker oder Antreiber. Produkte mit Booster-Effekt können hauteigene Funktionen positiv beeinflussen, z. B. die Durchblutung für ein frischeres Aussehen. Sie verstärken aber auch die Wirkung nachfolgender Produkte. Sie beeinflussen die Penetration in die Hautschichten positiv. Auch reflektierende Pigmente können die Ausstrahlung der Haut verstärken, dadurch dass Linien und Fältchen aufgefüllt werden und wieder das Licht reflektieren können.“

Rachel Leger, Directrice Marketing Pflege, Rexaline:
„Die Hautfunktionen werden vom Wasser reguliert, das in den Zellen enthalten ist. Leider verliert die Haut mit dem Alter, durch Stress und Umweltverschmutzung ihre Fähigkeit, dieselben Mengen qualitativ hochwertiger Hyaluronsäure zu produzieren, die der wichtigste Wirkstoff für die natürliche Hydratation ist. Die Haut verliert Wasser: Sie wird fahl, das Gesicht fällt ein, Falten entstehen. Hyaluronsäure gehört derzeit zu den wichtigsten Substanzen, die von Dermatologen und Schönheitschirurgen eingesetzt werden.”

Andrea Weber, Leitung Forschung und Entwicklung BABOR Cosmetics:
„Ein Booster-Effekt ist ein sofort sichtbarer Effekt, der vor allem bei der Anwendung von Ampullen entsteht. Ampullen enthalten 2 Milliliter hochkonzentrierte Wirkstoffe, die besonders schnell in der Haut aktiv werden. Sie sind für verschiedene Spezialgebiete designt. Auch spezielle Pigmente in Creams können einen optischen Booster-Effekt haben, wenn sie das Licht reflektieren und so einen Sofort-Glow erzeugen.“

 

Ist es sinnvoll, die Pflege ab und zu zu wechseln?

Dr. med. Simone Presto, Medical Advisor Eucerin®, Beiersdorf AG:
„Wie häufig Sie die Pflege wechseln wollen, hängt einmal davon ab, wie unempfindlich Ihre Haut und wie mutig Sie sind! Und die Jahreszeit bzw. die Hautalterung spielen auch eine Rolle: In den Sommermonaten darf die Pflege etwas leichter sein, während in den Wintermonaten oft eine reichhaltigere Grundlage notwendig ist, so dass hier ein Wechsel des Pflegeproduktes sinnvoll sein kann.“

Jutta Euler, Trainingsdirektorin der Börlind GmbH:
„Schwierigen Hauttypen – wie sehr fettiger oder sensibler Haut – ist von einem Wechsel abzuraten, damit die Haut zur Ruhe kommt und die verwendeten Produkte ihre volle Wirkung entfalten können. Unproblematische Hauttypen können ab und an ruhig einen Wechsel vornehmen, z. B. um einen bestimmten Effekt zu erzielen, die Pflege der Jahreszeit anzupassen oder auch um eine neue Textur auszuprobieren. Hierfür bieten sich besonders ergänzende Pflegeprodukte, wie Masken oder Seren an. Allerdings sollte eine Wechsel nie häufiger als alle 1-2 Monate erfolgen, schon weil eine Wirksamkeit oftmals erst nach 28 Tagen zu erkennen ist.“
Quelle: beautypress.de

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