Beautyfragen – Experten antworten Teil 2

Ist die Verwendung von Reinigungsmilch und Tonic überholt?

Dr. rer. nat. habil. Peter Staib, Ressortleitung Kosmetik, Kneipp GmbH Würzburg:
„Nein. Die Reinigung und anschließende Tonisierung der Haut stellt eine optimale Vorbereitung auf die Pflege dar. Eine sanfte Reinigungsmilch befreit die Haut von Kosmetikrückständen und Verunreinigungen ohne sie auszutrocknen. Das Gesichtswasser bringt den natürlichen Säureschutzmantel wieder ins Gleichgewicht, erfrischt und verfeinert das Hautbild. Hauteigene Regenerationsprozesse werden unterstützt. Die danach aufgetragene Pflege kann nun besonders gut von der Haut aufgenommen werden.“

Jutta Euler, Leiterin der Trainingsabteilung der Börlind GmbH:
„Die Verwendung von Reinigungsmilch oder besser gesagt generell von Produkten zur Gesichtsreinigung ist bestimmt nicht überholt. Die Reinigung ist das A und O der Gesichtspflege. Ob man zum Schaum, Gel oder der Milch greift, bleibt dem persönlichen Geschmack und dem Hauttyp vorbehalten. Auch das Gesichtswasser oder Serum sollte nach Hauttyp und Hautbedürfnis ausgesucht werden. Ihr Wirkspektrum ist vielseitig, so können sie antibakteriell, beruhigend, ausgleichend oder regenerierend wirken, den ph-Wert der Haut normalisieren und natürlich Feuchtigkeit spenden. Zusätzlich ermöglichen sie das schnelle und intensive Eindringen der nachfolgenden Pflegecreme in die Haut. Deshalb sind Reinigungsprodukte und Gesichtswasser auch weiterhin ein „must“ in der Gesichtspflege.“

Frau Yurie Nakajima, Apothekerin, frei® Apothekenkosmetik, Med.-Wiss. Abteilung:
„Die Verwendung von Reinigungsprodukten wird oftmals noch unterschätzt. Die tägliche Reinigung ist wichtig, um die Haut porentief von Schmutz, Talg, Make-up und Schweiß zu befreien. Meistens sind zusätzlich pflegende Inhaltsstoffe enthalten, die der Haut während der Reinigung viel Feuchtigkeit spenden. Eine Reinigungsmilch ist ideal für trockene Haut. Das anschließende Tonic verfeinert die Poren, klärt und erfrischt spürbar. Damit ist die gereinigte Haut auf die nachfolgende Pflege vorbereitet.“

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Sind Schüttellotionen sinnvoll und solchen mit Emulgatoren vorzuziehen?

Dr. Claudia Schrader, Naturkosmetikexpertin bei Laverana:
„Bei Schüttelemulsionen handelt es sich um Zweiphasenprodukte, Fett- und Wasserphase sind somit nicht in einer homogenen Textur miteinander verbunden. Ganz ohne Hilfsmittel lassen sich auch 2-Phasen-Produkte nicht problemlos mischen, denn Wasser und Fett trennen sich nunmal. Im Markt überwiegen allerdings Einphasen-Produkte. In einigen Produkten, wie zum Beispiel einem 2-Phasen Gesichtswasser lassen sich die Lipidanteile in der Textur erhöhen. Mischbar wird ein 2 Phasen Gesichtswasser durch zum Beispiel schwach schäumende Tenside.“

Welche Inhaltsstoffe gelten in der Anti-Aging Pflege als die effektivsten?

Dr. Claudia Schrader, Naturkosmetik-Expertin Laverana:
„Jede Haut unterliegt ihrem persönlichen Alterungscode – irgendwann verändert sich jede Haut und wird trocken und anspruchsvoll. Daher sind Inhaltsstoffe am effektivsten, die individuell auf die Pflegewünsche eingehen: Hyaluron, Weißer Bio-Tee Auszug,  Bio-Aloe Vera Gel, Bio-Jojobaöl sowie natürliche Feuchtigkeitsspender aus Weizen versorgen die Haut intensiv mit Feuchtigkeit und polstern diese von innen auf. Weißer Bio-Tee und Coenzym Q10 stimulieren die Hautfunktionen.“

Jutta Lucht, Schulungsleitung von Lailique Cosmetics:
„Hyaluronsäure, Peptide, Vitamine A und C. Hyaluronsäure bewahrt Feuchtigkeit über Stunden und ersetzt im Zwischenzellgewebe verlorengegangene Feuchtigkeit mit dem Ergebnis einer verbesserten Hautelastizität, geglätteter Haut und Volumen.“

Astrid Plöger, Apothekerin und Geschäftsführung bei Juka Cosmetic AG:
„In der Anti-Aging Pflege ist Hyaluronsäure nach wie vor der unangefochtene Spitzenreiter unter den Wirkstoffen – ihre wichtigste Eigenschaft ist ihre hohe Wasserbindungskapazität, wodurch sie die Haut intensiv mit Feuchtigkeit versorgt und sie dadurch effektiv von innen heraus aufpolstert und den Teint praller erscheinen lässt.“

Dr. med. Simone Presto, Medical Advisor Eucerin:
„Neben dem Einsatz von High-Tech-Lasergeräten hat sich auch in der Anti-Aging-Behandlung der Blick in die Natur und das Lernen von der Natur durchgesetzt. Es zeigt sich, dass gerade sehr effektive Inhaltsstoffe pflanzlichen Ursprungs bzw. natürlicher Herkunft sind.“

Catherine Frimmel, Geschäftsführende Gesellschafterin, Catherine Nail Collection GmbH:
„Sehr effektiv ist der Wirkstoff Hyaluron. Der Feuchtigkeitsbooster erneuert die Spannkraft und die Elastizität der Haut und Falten werden sichtbar gemildert. So sieht die Haut glatter, jünger und frischer aus.“

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Warum sollte man eine Augencreme einklopfen?

Dorothe Fiedler, Leiterin des Florena Naturlabors:
„Die Haut rund um die Augen ist dünner als an anderen Stellen im Gesicht und das Bindegewebe ist hier am wenigsten elastisch. Diese Hautpartie ist daher empfindlich für mechanische Reize und andere äußere Einflüsse. Eine Augencreme wie die neue Florena Augen- & Lippen-Konturpflege mit Traubenkernöl wird am besten vorsichtig mit den Fingerspitzen eingeklopft, um die Haut durch Dehnen beim Eincremen nicht zu strapazieren. Außerdem wird dabei die Durchblutung angeregt und man erzielt einen abschwellenden Effekt.“

Kathrin Mihalic, Geschäftsführerin von Tolure Cosmetics:
„Die dünne Haut und das lockere Gewebe rund um das Auge sind sehr empfindlich, weshalb man durch normales Eincremen – besonders bei dickflüssigen Cremen – der Haut eher schadet, als ihr zu helfen. Man unterstützt  die Augenpartie daher am besten mit einer leichten Creme, die man idealerweise mit einem kühlenden Applikator aufträgt, bevor man sie dann sanft von innen nach außen einklopft. Dies fördert einerseits die Durchblutung und die Wirkstoffe dringen andererseits durch das Einklopfen besonders tief in die Haut ein.“

Claire Byrne, Senior Brand Innovation Manager, Boots Laboratories:
„Die Haut um die Augen ist sehr fein und dünn, weshalb es in erster Linie auf die Technik ankommt. Denn es ist wichtig, dass die Pflege vorsichtig und sanft aufgetragen wird. Hierbei kann man mit leichtem Druck einklopfen oder auch cremen.“

Annette Gebhardt, Senior Product Manager, MARBERT:
Eine Augencreme sollte vorsichtig mit den Fingerkuppen eingeklopft werden, da die Haut rund um die Augen im Gesicht am dünnsten und somit auch am empfindlichsten ist. Durch sanftes Einklopfen wird die Durchblutung angekurbelt, ohne dass dieser sensible Bereich des Gesichts beeinträchtigt wird. Zusätzlich wird der Lymphfluss angeregt und einem Anschwellen der Lider entgegengewirkt.

Sabine Kästner, Beauty- und Naturkosmetikexpertin bei Lavera:
„Augencremes sind auf die besonders zarte Haut im Augenbereich abgestimmt. Sie haben durch z.B. Teeauszüge eine abschwellende Wirkung, weil die Mikrozirkulation angeregt wird. Klopft man die Augencreme von außen nach innen zusätzlich ein, wird der Tränenabfluss aktiv unterstützt und die Wirkung verstärkt.“

Catherine Frimmel, Geschäftsführende Gesellschafterin, Catherine Nail Collection GmbH:
„Die empfindliche Augenpartie benötigt ganz besondere Pflege, denn die Haut ist sehr zart und dünner als an anderen Stellen des Körpers. Außerdem hat sie fast kein Bindegewebe. Eine Augencreme sollte vorsichtig mit dem Ringfinger eingeklopft werden, da dieser am wenigsten Druck ausübt und so ein Zerren der Haut vermieden wird. Das Zerren der Augenpartie kann zu einer frühen Faltenbildung führen. Einklopfen ist die schonendste Methode für die empfindliche Haut und zusätzlich wird noch die Durchblutung angeregt.“

Kann ein Gesichtswasser Poren verfeinern?

Dr. med. Christine Schrammek-Drusio,Dermatologin, Allergologin, Anti-Aging Expertin:
„Eine Verfeinerung der Poren ist vor allem bei der Pflege großporiger, unreiner Haut sinnvoll. Porenverfeinernde Gesichtswässer bilden dann eine ideale Ergänzung zu Reinigungsprodukten wie z.B. Waschgelen. Allein angewendet wird es den gewünschten Erfolg jedoch nicht erzielen. Eine ausgesuchte Kombination der richtigen Reinigungs- und Pflegepräparate kann zur Verfeinerung der Poren aber durchaus beitragen.“

Dr. Sven Munke, Technical Manager bei Lornamead:
„Das CD Gesichtswasser ist so zusammengesetzt, dass es die Gesichtshaut milde und sanfte Art reinigt. Dabei entfernt es auch Verunreinigungen wie Sebum (Fett- und Schweißrückstände) oder Make-up Rückstände aus den Poren. Die Poren können danach wieder ungehindert ihrer Funktion nachkommen, erscheinen kleiner und verfeinern damit das Hautbild des Gesichtes.“

Sabine Kästner, Beauty- und Naturkosmetikexpertin bei Lavera:
„Ja, Gesichtswassser enthalten adstringierende Inhaltsstoffe, die porenverfeinernd wirken. Gesichtswasser als Finish nach der Gesichtsreinigung ist zudem die optimale Grundlage für Tages- oder Nachtpflegeprodukte. Durch das Hautklima werden die Pflegewirkstoffe noch besser von der Haut aufgenommen.“

Jutta Lucht, Schulungsleitung von Lailique Cosmetics:
„Gesichtswasser verfeinert Poren auf jeden Fall. Das liegt daran, dass am Ausgang der Poren Talg (Fette) lagern, die durch das Gesichtswasser eliminiert werden. Befreit von Fetten können sich die Poren wieder besser zusammenziehen. Man spricht auch von einer adstringierenden Wirkung. Schließlich zeigt sich ein verfeinertes Hautbild.“

Dr. Kristin Kanja, niedergelassene Dermatologin und unabhängige Beraterin von Neutrogena:
„Durch die Reinigung der Haut weicht die oberste Hautschicht auf, das sogenannte Hautkreatin. Ein anschließend verwendetes Gesichtswasser entfernt zusätzlich Schmutzreste und eventuell zurück gebliebene Reinigungsrückstände. Die darin enthaltenen Adstringentien (zum Beispiel Hamamelisextrakte) „entquellen“ zudem die oberste Hautschicht und ziehen die Poren zusammen. Die Haut wird widerstandsfähiger und ist nun optimal vorbereitet auf die anschließende Pflege. So gereinigt und gepflegt erhält die Haut ein erfrischtes und gut durchblutetes Aussehen.“

Ariane Kaestner, Geschäftsführerin der Heilerde-Gesellschaft Luvos:
„Generell sind porenverfeinernde Pflegeprodukte nicht in der Lage, eine stark erweiterte Pore auf Dauer wieder zu verengen.
Doch sie können durch spezielle Inhaltsstoffe die Poren optisch kaschieren, so dass sie weniger auffallen (mattierende Pigmente, Kaolin etc….) und winzige Unebenheiten im Hautrelief auffüllen. Einige Gesichtswässer (z. B. das Produkt
von Luvos) beinhalten adstringierende, d. h. zusammenziehende Wirkstoffe, die nach der Hautreinigung das Erscheinungsbild großer Poren mildert. Die Wirkstoffe ziehen die Poren zusammen und lassen sie kleiner wirken.“

Sollte man die Haut im Winter anders reinigen als im Sommer?

Dr. Kristin Kanja, niedergelassene Dermatologin und unabhängige Beraterin von Neutrogena bei allen Fragen zur Hautpflege:
„Grundsätzlich ja. Die Haut ist im Winter durch klimatische Bedingungen wie trockene Heizungsluft und geringere Luftfeuchtigkeit übermäßig strapaziert. Die äußere Hornschicht wird nicht optimal durchfeuchtet. Bei der Reinigung ist daher wichtig, auf weitere austrocknende Maßnahmen zu verzichten, die der Haut Fett und Feuchtigkeit entziehen.“

Dr. Michaela Arens-Corell, Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung der Sebapharma GmbH & Co KG:
„Wer empfindliche Haut hat, muss im Winter verstärkt mit Austrocknung und Reizerscheinungen rechnen. Deshalb sollte die Haut in der kalten Jahreszeit besonders schonend und möglichst pflegend gereinigt werden. Während im Sommer Erfrischung und Entspannung im Vordergrund stehen, muss die Reinigung im Winter zusätzlich die Fett- und Feuchtigkeitsbalance der Haut sowie  die Barrierefunktion der Haut stabilisieren helfen. Seifenfreie, auf den pH 5,5 des natürlichen Säureschutzmantels abgestimmte Waschprodukte für trockene Haut  und Duschöle oder Duschcremes, z. B. von sebamed,  sind dafür besonders gut geeignet.“

Dr. med. Sabine Zenker, Dermatologin:
„Auf jeden Fall: im Winter ist die Haut trockener, pflegebedürftiger. Aber auch im Winter sollte täglich geduscht werden! Nur nicht zu heiß, zu lang, mit zu viel Reinigungsmitteln wie Seife, Schaumbad etc. Denn dies Alles trocknet die Haut wiederum mehr aus. Dusch- und Badeöle und rückfettende Bodylotions mit z. B. Harnstoff benutzen!“

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Wie funktionieren Reinigungspuder und für welche Haut eignen sie sich?

Barbara Sandner-Troll, Geschäftsführerin Troll Cosmetics:
„Die Haut wird sanft poliert, das Hautbild sichtbar verfeinert und zusätzlich gestrafft. Dabei wird das Bindegewebe gestärkt und die Mikrozirkulation der Haut verbessert. Der Reinigungspuder ist seifenfrei und ph-neutral und daher für alle Hauttypen geeignet.“

Judith Williams, Beauty-Expertin, HSE24:
„Der Reinigungspuder ist für jeden Hauttyp geeignet. Er ist so fein und adstringierend, dass er den Schmutz förmlich aus den Poren zieht. Der von mir für die Reinigung empfohlene Pinsel wirkt dabei wie ein Besen unter dem Motto „sweep & clean“, er streichelt die Haut sauber. Das Handling ist zudem ganz einfach: Eine kleine Menge in die Handinnenfläche verteilen und mit ein paar Tropfen Wasser geschmeidig rühren. Mit dem Pinsel in der Handinnenfläche verteilen und dann großzügig in kleinen Bewegungen auf das Gesicht auftragen.“

Wer sollte eine depigmentierende Pflege verwenden?

Dr. med. Melitta Löwenstein-Frey, Dermatologische Beraterin bei Teoxane:
„Die depigmentierende Pflege sollte zur gezielten Korrektur lokaler Hyperpigmentierungen (veremehrter Pigmentbildung) verwendet werden. Dies ist bspw. eine Folge von: Schwangerschaft, Einnahme der Pille oder lichtempfindlich machender Medikamente, Hautalterung, Akne, Verbrennungen, Lasertherapie, Chemischen Peelings, Entzündungen verwendet werden.“

Dr. med. Simone Presto, Medical Advisor Eucerin®, Beiersdorf AG:
„Es gibt Studien, die gezeigt haben, dass Frauen mit ausgeprägten Hyperpigmentierungen bis zu zehn Jahre älter geschätzt werden, d.h. dass das Thema „Reduktion von Hyperpigmentierungen“ in den Bereich Anti-Age gehört. Neben dem Wirkstoff zur Reduktion der Hyperpigmentierung ist auch eine optimale Hautpflege und tagsüber ein adäquater UV-Schutz hilfreich.“

Beatrice Reichenstein, Ass. Med-wiss. Dermo Kosmetik Pierre Fabre Dermo-Kosmetik GmbH:
„Eine depigmentierende Pflege ist indiziert bei leichteren oder ausgeprägteren lokalen Pigmentflecken auf Gesicht, Dekolleté und Händen. Aber auch bei Altersflecken, Sommersprossen und Melasma (sog. Schwangerschaftspigmentierung, in der Regel hormonell bedingt). Eine depigmentierende Pflege ist geeignet zur alleinigen Anwendung oder im Anschluss an eine dermatologische Behandlung (Laser, Peeling etc.) nach vollständiger Regeneration der Haut.“

Thi Bich, Product Manager „DEPIGMENTING CREAM“ FILORGA:
„Alle Personen, die unter hormonellen Veränderungen leiden, Pigmentstörungen in der Schwangerschaft oder aber Narben haben sollten eine depigmentierende Pflege verwenden. Auch Menschen, die sehr häufig der UV-Belastung ausgesetzt sind, sollten eine depigmentierende Creme verwenden, um die Entstehung neuer Pigmentflecken zu verhindern und bestehende Verfärbungen zu korrigieren.“

Quelle: beautypress.de

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