Pflege zuhause – ein immer wichtigeres Thema

Immer mehr Menschen müssen gepflegt werden, denn wir werden immer älter, aber nicht fitter. Pflege wird ein immer wichtigeres Thema, das so problematisch ist wie eine Lawine, die die Gesellschaft ereilt.

Auch wenn wir in der heutigen Gesellschaft in einer Art Jugendkultur leben, so ist die Wahrheit leider so, dass wir zwar, dank Forschung und Medizin immer älter werden, aber damit auch pflegebedürftig.

Wir werden heute sehr alt, doch ist das nicht immer ein Grund zur Freude, weil einfach sehr viele Menschen bereits ab 75 Jahren auf Hilfe bei der Körperpflege und im Haushalt angewiesen sind.

Die Pflegedienste können den Bedarf längst nicht mehr stemmen und sind überlastet. Ins Heim muss nicht jeder, der nur ein paar Mal am Tag Hilfe braucht und die 24-h-Pflege ist immer noch nicht ideal, da die Pflegekräfte unterbezahlt sind und für 3 Monate von ihrer Familie getrennt werden. Trotz allem kostet auch diese Pflege monatlich einen Batzen Geld, ca. 1.500 bis 2.000 €, die nicht jeder Rentner zur Hand hat. Und nicht jeder will oder kann eine fremde Person bei sich zuhause wohnen lassen.

Daher sind es in den meisten Fällen die nahen Angehörigen, die ran müssen. Nicht, weil sie wollen, sondern weil es nicht anders geht. Töchter, Söhne, Enkel, Nichten, Neffen, Geschwister und natürlich die Ehepartner pflegen heute die Schwerstkranken und Gebrechlichen zuhause.

Kaum jemand von diesen Personen hat Pflege gelernt, und nicht allen liegt diese Tätigkeit! Weder der körperliche Aspekt, noch der nervliche und psychische. Trotzdem übernehmen sie diese Pflichten, weil eben meist aus finanziellen Gründen keine andere Option bleibt und weil man seinen Angehörigen nicht oder noch nicht im Heim sehen will.

Heime sind nichts Schlimmes! Im Gegenteil, dort arbeiten Pflegekräfte mit sehr viel Herzblut für alte und kranke Menschen, aber trotzdem möchten halt verständlicherweise viele Menschen lieber in ihren eigenen vier Wänden bleiben, so lange es geht.

Es liegt halt auch nicht jedem Menschen, dort in Gesellschaft zu essen und “öffentlich” zu sein. Auch sind Heime sehr teuer geworden. Ca. 5000 € kostet inzwischen ein standardmäßig ausgerüstetes gutes Heim im Monat. Und trotz dieses hohen Preises kann man dort natürlich keine 1:1 Betreuung erwarten. Und das ist oft der Punkt, wo die Angehörigen sagen: Lieber nicht!

Die Pflegekräfte können es halt auch gar nicht schaffen, allen Bewohnern immer gerecht zu werden. Und sie können nicht alles sehen, was der Bewohner braucht oder was er gerade für Beschwerden hat. Angehörige kennen ihn aber gut, und können das alles viel besser einordnen. Sie sehen auch eher, wenn Tabletten nicht vertragen werden und etwas umgestellt werden muss.

Es gibt einfach sehr viele Gründe, warum heutzutage so viele Angehörige selbst pflegen. Und sie sind einfach überlastet und ausgebeutet. Unser Gesundheitssystem beutet sie aus, weil sie kaum Geld für diese 24h-Tätigkeit bekommen und keine Lobby haben, die für ihre Rechte eintritt.

Um Angehörigen in dieser schweren Zeit beizustehen und mit Tipps von Betroffenen zu Betroffenen zur Seite zu stehen, wurde nun das Magazin: www.wenn-angehoerige-pflegen.de gegründet. Hier kommen die Angehörigen zu Wort und können ihren Alltag und ihre Belange schildern. Wer selbst Tipps hat oder seine Situation schildern mag, kann sich dort beteiligen.

 

 

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