Shitstorms überall – Promis haben es heute schwer

Vorbei die Zeiten, als der Promi an sich noch seine Ruhe hatte, hier und da mal in der Bunte und einschlägigen Magazinen auftauchte oder bei Exclusiv auf RTL. Heute agieren die Promis auf Facebook und Instagram – und vor allem müssen sie interagieren mit ihren Fans.

Fans? Moment mal.. Eigentlich müssen sie sich in diesen Plattformen mehr mit Neidern, Feinden oder einfach Hatern abgeben. Es ist ein neues Hobby geworden, die Fanpages der Promis zu liken, nur um den jeweiligen Promi dann möglichst verbal fertig zu machen.. Eben mit Dreck zu übergießen.. was das Wort Shitstorm ja auch bedeutet.

Neid als Hauptauslöser – berechtigt oder nicht?

Hintergrund der hämischen, fiesen, bodenlos unverschämten Kommentare ist meist Neid. Wer mitliest, kann dies nicht leugnen. Der Neid trifft die Leute, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen – im Blitzlichtgewitter, im Licht der Öffentlichkeit. Diese Menschen bekommen Aufmerksamkeit, werden bewundert und angehimmelt, tauchen auf den roten Teppichen auf, trinken Champagner, fahren an die schönsten Urlaubsorte der Welt, kleiden sich in Designerkleidung und lassen es sich gut gehen. So sieht ihr Leben zumindest nach außen hin aus.

Das Problem: Promis wollen natürlich glänzen, schön aussehen, sich von ihrer Strahle-Seite zeigen – und das löst wiederum Neid aus. Logisch oder? Der Durchschnitts-Deutsche führt kein Leben wie Heidi Klum, Lena Gercke, Detlef D.Soost und wie sie alle heißen, die heute viel Kritik und Häme einstecken müssen. Der heutige Promi muss sich ein sehr sehr dickes Fell zulegen um das alles auszuhalten.

Es scheint sich aber zu lohnen, denn bisher haben diese dauernden Shitstorms noch keinen Promi von seinem Platz an der Sonne weggespült. Sylvie Meis, die bekanntlich schon eine schwere Brustkrebserkrankung hinter sich gebracht hat, musste phasenweise auch sehr viel Häme über sich ergehen lassen. Sie tat immer das einzig Richtige, sie schwieg zu all den fiesen Kommentaren und Artikeln. Trotzdem muss sie sich weiter mit Hohn und Spott übergießen lassen, wenn sie Shooting-Fotos für ihre Hunkemöller-Kampagnen postet. Sofort bezeichnet sie irgendeine Fb-Userin als Bitch, weil sie sich zu oft in Dessous und Bikini zeigt.

Shit-Storms sind sehr unterhaltsam, wenn man nicht betroffen ist

Die unterhaltsamen Shitstorms bleiben heute nicht Sache von Promis und Fans, nein, sie werden von diversen Promi-Magazinen noch gepusht und extra in die Öffentlichkeit gezerrt. Bekommt ein Promi viele negative Kommentare unter seinem Post auf Facebook oder Instagram, so wird dies gerne aufgegriffen und ein Artikel zum Foto und Shitstorm verfasst, was noch mehr Hobby-Stormer anzieht. Aktuelle Beispiele sind Heidi Klum in heißen Overknees und Nachtwäsche vor dem Spiegel oder Lena Gercke, die zu einem Urlaubsfoto nach der WM „endlich..“ postete. Die wütende Internet-Gemeinde kommentierte munter drauflos, dass sie doch schon genug Urlaub in Brasilien an der Seite Sami Khediras hatte und normale Leute auch gern ihr Leben hätten. – Womit sie natürlich recht haben.

Nur, früher konnten Promis unbehelligt und unbeneidet ihr Jet-Set-Leben genießen. Heute fällt der Unterschied auf. Die Leute fragen sich „Was haben die Promis, was ich nicht habe.. und warum dürfen sie so ein Leben in Saus und Braus führen?“ Durch Facebook und Instagram sind sie fast hautnah am Alltag der Celebrities beteiligt und der Unterschied zum eigenen grauen Alltag fällt erst so richtig ins Gewicht.

Der oft wahnsinnige Neid auf unsere Promis ist sogar nachvollziehbar. Natürlich muss man ehrlich zugeben, dass Models, Fußballer und Schauspieler nicht wirklich mehr leisten als der Durchschnittsbürger. Verteidigungskommentare wie: „Lena hat sich den Urlaub verdient, sie arbeitet ja auch dafür“ sind natürlich der blanke Hohn gegenüber ausgebeuteten Versandhausmitarbeitern oder alleinerziehenden Müttern, die den Spagath zwischen Kindererziehung und Arbeit für den bloßen Lebensunterhalt kaum schaffen und von Urlaub nur träumen können.

Natürlich arbeiten und leisten Lena, Heidi, Sylvie und die ganze Fußballerriege nicht mehr als der Durchschnittsdeutsche. Sie haben einfach mehr Glück, was die Optik angeht oder was die sportliche Veranlagung angeht. Andere werden reich und berühmt, weil sie cleverer sind als der Durchschnitt oder einen Riecher für gewinnbringende Ideen haben.

Fakt ist, die Werte unserer Gesellschaft sind daran schuld, dass die einen ein prächtiges Leben führen können – nur weil sie schlank und schön sind, und sich gut bewegen können und die anderen ihr ganzes Leben lang auf keinen grünen Zweig kommen. Viele lieben den schönen Schein mehr als wahre Werte. Lena, Heidi und Sylvie stehen mit ihrem Aussehen für die Sonne, das Glück, die Unbeschwertheit – das ist ihr Kapital.

Die Zeiten ändern sich für Promis und Stars

Diese neuen Entwicklungen in den sozialen Medien, die Promis nicht mehr in Ruhe ihr Jet-Set-Leben führen lassen, können aber auch allgemein zu einem Wandel führen. Die große Masse ist nicht mehr bereit zu akzeptieren, dass eine Handvoll besonders schöner oder sportlicher Menschen in Gold aufgewogen werden und sich im Blitzlichtgewitter sonnen, während die meisten Deutschen sich in eintönigen Berufen aufreiben oder von privaten und gesundheitlichen Problemen aufgefressen werden.

Die realen Reaktionen auf die Sommer-, Sonne, Glück- und Strahleposts verändern die Welt der Promis nachhaltig. Sie können nicht mehr ignorieren, dass sie vor allem viel Glück haben und nicht alles auf eigener Leistung und Cleverness beruht. Dabei darf man nicht vergessen, dass beileibe nicht jeder Promi Zielscheibe für Spott und Hohn ist. Larissa Marolt beispielsweise wird von ihren Fans eher virtuell geherzt und geknuddelt. Sie schafft es mit witzigen, charmanten und originellen Fotos und Posts ihr postives Image der Dschungel-Camp-Amazone zu erhalten. Es werden tatsächlich eher solche Promis mit Spott und Häme übergossen, die ungeschickt und unsensibel ihre Ausnahmeposition dokumentieren.

B- und C-Prominenz hat es besonders schwer

Sehr schwer haben es Leute, die erst noch auf dem Weg sind ‚richtige‘ Promis zu werden. Aktuelle Beispiele: Der letzte Bachelor und seine Auserwählte. Beide erleben bei fast jedem Post einen Shit-Storm. Dazu muss man sagen, dass Christian Tews sehr ungeschickt bei seinen Postings vorgeht. Als Inhaber von Tyme-Out, einem selbst entwickelten Entspannungs-Drink möchte er besonders für sein Produkt werben und bringt bei fast jedem 3. Posting sein Getränk unter. Neben dieser penetranten ‚Schleichwerbung‘ hat er sich seine Unbeliebtheit aber auch noch aus anderen Gründen selber zuzuschreiben. Er spielte in der Sendung mit den Frauenherzen und ließ am Ende auch noch seine Auserwählte Katja Kühne im wahren Leben eher links liegen. Die Fans nahmen dem Casanova dieses Verhalten sehr übel und werden nicht müde deshalb nun auch noch seine neue Freundin mit Hohn und Spott zu übergießen und schlecht zu machen.

Doch auch die Möchtegern-Prominente Katja Kühne, die Ex-Auserwählte, hat es extrem schwer, es ihren ‚Fans‘ recht zu machen. Auch sie muss sich dauernd negative Kommentare gefallen lassen, hat sie doch die sympathischere Nebenbuhlerin Angelina ausgestochen. Insgesamt haben die Fans der Bachelor-Sendung das ganze Geschehen todernst genommen! Was verwunderlich erscheint, ging es hier doch darum, dass ein Mann sich aus 10 Frauen die Passendste aussucht.. vor laufender Kamera. Dass hier nichts so abläuft, wie im realen Leben sollte doch klar sein – und dass die Kandidaten eher ins Fernsehen wollten, anstatt die große Liebe vor einem riesen Publikum zu finden und kennenzulernen..

Man kann es eigentlich beiden Kandidaten, dem Bachelor und seiner Auserwählten, gar nicht übelnehmen, dass sie nun an ihrer Karriere basteln. Es war nicht anders zu erwarten..  Fakt ist aber auch, dass diese beiden nun einen ununterbrochenen Shit-Storm ertragen müssen, eben weil sie eigentlich noch gar keine Promis sind! Sie sind Personen aus dem normalen Leben, die über diese Sendung ins TV gekommen sind. Ihren neuen Ruhm nehmen ihnen sehr viele Zuschauer am meisten übel.

Labile Gemüter würden bei so vielen negativen Reaktionen den Rückzug antreten. Doch im Moment halten sich beide wacker und versuchen immer wieder der Welle des Neides, Hasses und Häme mit Rechtfertigungen entgegenzutreten. Als Mitleser hat man Mitleid und wünscht sich einen guten Social-Media-Berater an ihrer Seite. Aber vielleicht versucht man halt auch mal, sich Beispiel an Promis zu nehmen, die nicht ‚gehatet‘ werden. Meist sind das solche, die mit ihren Postings nicht dauernd Neid auslösen, sondern Rücksicht auf das andere Leben ihrer Fans nehmen oder wie Larissa Marolt, witzige, originelle oder auch mal peinliche Fotos posten.

Wir sind ein kleines Team von Modefreundinnen, die hier über interessante Marken, Produkte und Online-Shops berichten.

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