Ein Wicht oder ein gar besonderes Gedicht

Es war einmal ein Wicht,

der setzt‘ sich hin und reimt‘ ein fein Gedicht.

Doch gefallen wollts ihm nicht,

sein fein gereimts Gedicht.

 

Da scheute er sich gar nicht sehr

und warf das Stück ins nahgelegne Meer

und scheint es euch auch wenig fair,

fortan da kümmert’s ihn nicht mehr.

 

Das Gedichtelein so fein und gscheit,

das kam im großen Meer nicht weit,

ein Fisch schwomm an mit Maul recht breit

und schluckt es weg in kurzer Zeit.

 

Es war aus einem Matrial recht sonderbar,

so blieb es rein und seine Schrift recht klar,

der Fisch ziert‘ bald den allerschönsten Fisch-Bazar,

ein Käufer kam und sah ihn an, bezahlte gleich in bar.

 

So kam er auf den Küchentisch,

die Köchin rief: „Herrjeh, im Bauch da liegt ein Wisch!“

Zog raus das gute Stück und setzt‘ sich schnell in ihre Nisch,

beim Lesen dann vergaß sie bald die ganze edle Quiche.

 

Das Gedicht es war von Zauberhand,

wers besaß, wurd‘ anerkannt,

mal hier mal dort in jedem Land,

die Köchin behielt darob doch ihren Rand.

 

Sie wurd‘ bald reich und auch sehr fett,

zu andren Leuten nicht mehr nett,

die Höflichkeit sei bloß ein eng Korsett,

so spart‘ sie sich bald jedwed Etikett.

 

Doch ewig ging es so nicht weiter,

des nachts da kam der Wicht auf einer Leiter,

„Wo‘ s hin mein schön Gedicht?“ schreit‘ er,

die Köchin war nun nicht mehr heiter.

 

„Welch Gedicht denn, edler Wicht?

Wenn du eins suchst, ich hab es nicht!

Doch hol mir dort mal schnell mein Licht,

mich plagt geraume Zeit die böse Gicht.“

 

Zur Lampe griff der Wicht da schnell,

von unten hört man bös Gebell,

der Wicht erschrak und legt‘ sich übers Fell,

die Flammen brannten lodend hell.

 

Der Wicht entkam den Flammen gut,

von der Köchin blieb nicht mal der Hut,

das Feuer hatte recht viel Wut,

doch seht, was lag da in der roten Glut?

 

Das Gedicht, es war noch heil und ganz,

völlig unversehrt vom Flammentanz.

Ein Ritter kam und spießt‘ es auf mit seiner Lanz,

verwundert nahm ers an und steckt’s in seinen Ranz.

 

Was stand nun drin in je’m Gedicht?

Den ganzen Inhalt weiß man nicht.

Die letzte Zeil doch hieß wie man bericht‘:

„Wer mich bekommt, verdient mich nicht.“

 

Gedicht 2010 von J.Florence Pompe

 





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