Graue Haare: Färben oder nicht?

Christine Westermann, Quelle: Wikimedia common, Foto: Elya

Zunächst mal vorneweg: Das ist alleine Ihre Entscheidung! Lassen Sie sich nicht von anderen einreden oder vorschreiben, ab wann man zu seinen grauen Haaren stehen sollte. Warum? Manchen stehen weiße oder graumelierte Haare hervorragend, manchen überhaupt nicht.

An sich sollte und muss sich niemand für weiße oder graue Haare schämen, denn natürlich sind sie ein Zeichen von Reife und Älterwerden. Die Frage ist natürlich zum einen: Ab wann wird es peinlich, wenn man sich ‚immer noch‘ färbt und ab welchem Alter machen die ersten grauen Haare älter als man ist? Manche bekommen erste graue Haare bereits mit 25 Jahren, viele schon mit Ende 30, andere ab 45, wieder andere noch nicht einmal mit 60 Jahren.

Gepflegte graue Haare mit farblich abgestimmter Kleidung.

Promis sind meist gefärbt

Prominente männliche Personen, die ‚bunte‘ Haare haben, obwohl sie altersgemäß grau sein müssten, sind: Udo Jürgens, Günther Netzer, Gerhard Schröder oder Thomas Gottschalk. Diese vier haben, gefärbt oder nicht, eine recht natürlich aussehende Haarfarbe und niemand wollte ihnen vorschreiben zu grauen Haaren zu stehen. Der einzige der vier genannten Herren, der wahrscheinlich noch seine Naturhaarfarbe hat, ist Günther Netzer. Grauhaarige Herren in diesem Alter gibt es in der Promi-Welt und unter Politikern eindeutig mehr und man muss sie hier nicht aufzählen..

Christine westermann 2008
By Elke Wetzig (Elya) (Own work) via Wikimedia Commons unter CC-BY-SA-3.0*

Anders sieht es freilich bei unseren weiblichen Stars und öffentlichen Persönlichkeiten aus: Hier wird meist bis ins hohe Alter gefärbt und dies recht gekonnt, wie es z.b. unsere drei Old Beautys aus unserem Artikel „Schön alt werden..“ anschaulich demonstrieren. Ein weiteres Beispiel für hohe Friseur-Färbekunst ist Moderatorin Christine Westermann, die mit immer wieder neuen Schattierungen von Magahoni, Kirschrot oder Braun mit Goldtönen glänzt. Wer wollte bei dieser stets gelungenen Farbpracht lieber eine graue Christine sehen?

Doch lassen Sie sich von diesen farbenfrohen Beispielen nicht täuschen, wir wollen hier keineswegs die Werbetrommel für die Haarfärbe-Industrie rühren, sondern nur Anregungen bieten. Graue und weiße Haare stehen manchen Herren und Damen erstaunlich gut, man denke nur an den mit Anfang 40 bereits grau werdenden George Clooney oder unser tolles deutsches Old Model Evelyne Hall. Graue Haare können sehr edel und schön aussehen.

Weiß strahlene Haare zum weißen Schal. Der Gentleman-Look: Mario Adorf. Quelle: Wikimedia Commons, Foto: Thore Siebrands unter CC-BY-3.0 *²

Aktuelles Beispiel für eine schöne Grauhaarige ist Andie MacDowell. Sie erstaunte alle bei ihrem Auftritt auf rotem Teppich mit wunderschöner, grauer Lockenmähne. Keine Frage: Ihr steht das Grau sensationell! Sie ist ein großartiges Beispiel dafür, dass man nicht unbedingt färben muss.

Ganz im Gegensatz zur allgemeinen Begeisterung über Andies graue Haare ist das Entsetzen über Sarah Jessica Parkers grauen Zopf, den sie in einer Haarfärbepause trug und die ein Papparazzi erwischte. Der graue Zopf war ein zu krasser Gegensatz zu ihrer sonst blonden Mähne und hat die Fans offensichtlich richtig schockiert. Allerdings stehen ihr die grauen Haare auch nicht so gut wie Andie McDowell. Es ist eben auch eine Frage es Teints, der Augen- und Augenbrauenfarbe, ob das Grau schön wirkt. Die Fans jedenfalls finden, dass die grauen Haare Jessica unnötig alt aussehen lassen.

Graue Haare – keine entgültige Entscheidung

Es ist völliger Quatsch, wenn man meint, man müsse sich entscheiden, zu seinen grauen Haaren zu stehen oder nicht. Man kann ruhig abwechseln. Hat man eine stressige Phase und einfach keinen Lust auf Färben oder Tönen, steht man eben zum Grau.

Will man wieder Abwechslung und etwas Neues ausprobieren, dann greift man wieder zur Farbe. Vor allem, wo es heutzutage so viele tolle Produkte gibt, die die Haarfarbe absolut natürlich aussehen lassen.

Graue Haare kommen heutzutage auch leider viel früher als noch vor 20 Jahren. Eigentlich verbindet man graue Haare wirklich mit alt werden und denkt an Menschen über 65 Jahren. Aber heute schlagen die Grauen oft schon ab 30 zu. Und da darf man sich sowohl als Frau und auch als Mann fragen, ob man jetzt schon grau sein will. Bastian Schweinsteiger etwa wirkte unpassend alt, als er bereits mit Ende 20 grau wurde und er wurde völlig zu Unrecht als Old Man des deutschen Fußballs betitelt. Denn er war und ist ja immer noch ein junger Mann.

Warum wir heute so viel früher ergrauen, das ist noch nicht erforscht. Es kann an Umweltbedingungen liegen und an der veränderten Ernährung. Wir bekommen heute nicht mehr so viele Mineralstoffe und ernähren uns anders. Aber es gibt auch Ansätze, die einen Zusammenhang zu mangelnden Bitterstoffen in Gemüsen sehen. Denn Bitterstoffe wurden aus Lauch und co. herausgezüchtet.

So ganz natürlich ist es also nicht, wenn man heute ab 30 Jahren ergraut. Und da sollte auch niemand verlangen, dass man zu seinen Grauen steht.

 

Ob Ihre ergrauten Haare top aussehen oder nicht, hängt zum Teil, aber nicht nur, von der Pflege ab. Manche haben von Natur aus im Alter strahlend schneeweiße Haare wie Blacky Fuchsberger oder Mario Adorf. Bei solchen Prachthaaren wäre Färben wiederum völlig unangebracht.  Lassen Sie sich also nicht verrückt machen, von der Meinung anderer. Zu grauen oder weißen Haaren hat jeder eine andere Ansicht. Es zählt alleine, womit Sie sich wohlfühlen. Suchen Sie sich aber schöne Beispiele und Vorbilder aus dem realen Leben. Wenn Sie offenen Auges durch die Welt gehen, werden Sie auf einmal viele weißhaarige Damen und Herren sehen, denen ihre natürliche Alters-Haarfarbe erstaunlich gut steht.

Einige Tipps für Styling und Kleidung bei Grauhaarigen:

  • Tragen Sie schöne Farben zu ihren grauen oder weißen Haaren. Beige und Grau bilden zu wenig Kontrast.
  • Für lange Haare: Schwarze Samtbänder und Haar-Reifen wirken jetzt besonders edel und gepflegt.
  • Pflegen Sie Ihre Haare gezielt. Graue Haare sind meist eher trocken und etwas störrig. Haarkuren und Pflegemittel glätten und geben Glanz.
  • Farbspülungen verleihen tolle Schimmer.
  • Achten Sie immer auf einen guten Schnitt. Ein Pagenkopf für Damen wirkt sehr apart.
  • Kosmetik und Hautpflege: Greifen Sie ruhig zur Farbe. Den Damen stehen Lippenstifte nun besonders gut, die Herren können mit einem gepflegten Bart und einer gesunden Hautfarbe den Jüngeren noch den Schneid abkaufen.
  • Bunte farbenprächtige Tücher und Schals machen graue Haare elegant.
  • Schwarz-Weiß und Pepita-Muster bilden ein tolles Gesamt-Erscheinungsbild. Setzen Sie noch kleine Farbtupfer, wenn Sie mögen.

*CC-BY-SA-3.0 *²CC-BY-3.0

Tipp: Mittlerweile gibt es gute pflanzliche Haarfarben, die die Haare sehr schonend färben oder tönen. Hier gilt es aber einiges auszuprobieren, um das Produkt zu finden, mit dem man gut zurecht kommt. Oft ist es auch so, dass eine bestimmte Farbe eines Produktes gut färbt und ein anderer Farbton wiederum nicht. Einige Produkte kann man sogar mischen und sich selbst einen individuellen Farbton erstellen.
Wir möchten aktuell die Marke Indus Valley empfehlen. Dies ist eine pflanzliche Haarfarbe mit Henna-Anteilen. Sie wird mit einem Gel angemischt. Die Handhabung ist sehr einfach und die Farbe bietet vielerlei Vorteile gegenüber anderen Produkten. Zum einen macht sie keine Flecken wie reines Henna. Man kann beim Auftragen ruhig etwas verschmieren, tropfen lassen. Es lässt sich superleicht wieder entfernen!
Die Haarfarbe färbt nicht die Kopfhaut! Das ist ganz wichtig, wenn es natürlich aussehen soll.
Sie schont die Kopfhaut, es gibt kein Jucken, Spannen oder gereizte Haut nach der Anwendung. Und sie riecht bzw. duftet angenehm. Man hat keinen beißenden Geruch wie bei chemischen Produkten und auch nicht den Heu-Geruch von Henna. Das Auftragen mit dem Gel geht sehr einfach und angenehm. 20-45 Minuten einwirken lassen, ausspülen und fertig!

Wer sich die Haare oft wäscht, wird merken, dass sich die Farbe etwas auswäscht. Es bleibst dann je nach Farbton eine hellere Farbe zurück. Da mach die Farbe individuell mit der Geltube anmischen kann, lässt sich auch einfach nur der Haaransatz zwischendurch färben.

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3 Kommentare

  1. Hm, ich bin noch sehr unschlüssig. Manchmal sieht man einfach zu genau, dass gefärbt wurde und dann schlecht, auch den richtigen Farbton zu erwischen scheint mir nicht so leicht zu sein. Könnte mir vorstellen, dass man lange herumsuchen und ausprobieren muss, bis man die richtige Farbe für sich findet. Dann kommt noch das Problem mit den ungesunden Chemikalien hinzu. So richtig ideal ist nicht und bei Henna gibt es meist Schwierigkeiten mit dem Farbton, der gerne ins Rötliche geht, sogar Karottig, was wiederum zu auffällig ist. Es bleibt schwierig..

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