Stiftung Warentest wertet Boxspringbetten ab

 

 

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Große Überraschung beim aktuellen Matratzen- und Bettentest der Stiftung Warentest von August 2016 schneiden sämtliche getesteten Boxspringbetten schlecht ab: Es bilden sich nach einiger Zeit Kuhlen, die nachweislich schlecht für den Rücken sind und normalerweise nur bei eher schlechten Matratzen oder jahrelangem Gebrauch auftreten. Allerdings simuliert der Test der Stiftung Warentest auch einen jahrlangen Gebrauch. -> Mehr zu den Testmethoden.

Die besten Testergebnisse bei den Boxspringbetten erzielten lediglich ein „Befriedigend“, während der Kunde sich von dieser Bettenform doch sehr gute, komfortable und rückenschonende Liegeeigenschaften wünscht. Doch leider scheinen Boxspringbetten eher schlecht für den Rücken zu sein. Sie sind zu weich, der Körper sinkt ein, wird zu wenig gestützt. All diese Erkenntnisse stehen im starken Kontrast zum Hype, der um die amerikanischen Betten seit einigen Jahren gemacht wird.

Vielleich gibt es im us-amerikanischen Markt, in Hotels und auf Kreuzfahrtschiffen einfach andere Boxspringbetten oder sie stammen von anderen Herstellen? Das kann der Otto-Normalverbraucher nicht wissen. Jedenfalls kam der Hype um die Boxspringbetten auf, weil viele Menschen so gut in amerikanischen Hotels schlafen oder in den Betten der Kreuzfahrtschiffe. Wenn es um luxuriöses Schlafgefühl geht, dann werden meist Boxspringbetten gewählt. Hotels setzen gerne auf dieses Modell, weil sie sich an die verschiedenen Körpermaße anpassen können. Allgemein sollen Boxspringbetten für jede Körperform, jedes Gewicht und jeden Schlaftypus (Seitenschläfer, Bauchschläger) gleichermaßen geeignet sein.

Der aktuelle Test spricht leider eine andere Sprache. Getestet wurden Modelle der Marken Schlaraffia, Hasena,  Fey, Mustterring Ventura, Roller, Fennobed Continental Aurea, Auping Criade, Höffner, Royal Spring, BeCo Exquisit. (Die Aufzählung stellt keine Rangliste dar).

Die Preise variierten dabei von 1.330 bis 4.200 €.




 

Doch nicht nur die Kuhle und die weichen Liegeeigenschaften sprechen gegen die Boxspringbetten. Auch die schlechte Durchlüftung. Die Matratzen lassen sich meist nicht leicht wenden.

Zum Aufbau: Boxspringbetten versprechen einen besonderen Liegekomfort, weil sie im Grunde in zwei Lagen den Körper abfedern. Im unteren Kasten, der „Sprinbox“ sind schon Federn enthalten, dann kommt noch eine Federkernmatratze darauf und dann noch ein Topper. Es soll ein abgefedertes Liegegefühl wie auf Wolken entstehen. Leider konnte der aktuelle Test das nicht bestätigen.

Wer lieber nach zufriedenen Amazon-Kunden geht, schaut sich hier den Besteller im Bereich Boxspringbetten an:

Dafür, dass Boxspringbetten monströs sind und den ganzen Raum einnehmen, wiegen die Pluspunkte also nicht mehr schwer. Doch was gibt es für Alternativen?

Trendmatratzen wie Eve oder Emma schneiden auch schlecht ab

Jeder Internet-User kennt die dauernd aufploppende Werbung für neue Matratzenmodelle wie Eve und Emma, die man 100 Tage kostenlos probetesten kann und die angeblich für jeden Körpertypus geeignet sind und jedem, wirklich jedem erholsamen, rückenfreundlichen Schlaf bieten sollen.
Auch diese Behauptungen muss Stiftung Warentest leider revidieren. Die Trendmatratzen halten nicht, was sie versprechen und schnitten sogar nur mit „Ausreichend“ und „Mangelhaft“ ab.
Noch schlimmer: Man fand Schadstoffe in einigen Modellen, die man sogar tagelang riechen konnte.
Das Probeschlafen, womit die Anbieter werben, gestaltet sich auch nicht so leicht, wie angegeben. Zumindest gibt es bei der Rückgabe einige Schwierigkeiten. So muss Verpackungsfolie erst zugesandt werden, manche versenden erst mal gar nichts. Die Abholung erfolgt nicht immer reibungslos, oft ohne Absprache mit dem Kunden.
Stiftung Warentest empfiehlt stattdessen einige andere, herkömmliche Matratzentypen.

Matratzen probeschlafen – kein Problem mehr!

Es ist noch nicht so lange möglich, dass man Matratzen bestellen und probeschlafen kann. Vor ca. 1-2 Jahren konnte der Verbraucher lediglich beim Dänischen Bettenlager vor Ort Matratzen in der Verpackung kaufen und zuhause 7 Tage testen und dann immer noch verpackt wieder zurückgeben. Das ist inzwischen anders! Gleich mehrere Online-Shops bieten probeschlafen von 30 bis 100 Tagen an! Ein toller Service, der sehr viel Sinn macht.
Die getesteten Matratzen können zurückgeschickt werden und der Preis wird erstattet. Die Matratzen dürfen ausgepackt und normal genutzt werden. Sie werden später auch nicht mehr neu verkauft.

Folgende Online-Shops bieten aktuell probeschlafen ihrer Matratzen-Modelle an:

  • bettenriese.de
  • emma-matratze.de
  • casper.com
  • dormando.de
  • schlafwelt.de
  • schlaftempel.de
  • evemattress.de
  • smood-sleep.de
  • muun.co
  • matratzenshop24.de

Finden Sie hier einige Testsieger von Stiftung Warentest auf Amazon.de:
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Schlaraffia Viva Plus Aqua Taschenfederkern Plus Matratze 90×200 cm H2

Persönliche Erfahrungen haben wir mit dem letzten Shop, matratzenshop24.de gemacht. Hier kommen die Matratzen schon nach 2-3 Tagen, während andere Anbieter eine Lieferzeit von bis zu 7 Wochen haben. Das ist eine lange Wartezeit, wenn man eine neue Matratze braucht oder sich für den Kauf entschieden hat.. Dafür ist die Probephase auf 30 Tage begrenzt, was aber auch reicht. Bestellt wurden eine Taschenfederkernmatratze und eine Bonfell-Federkernmatratze. Beide Modelle wurden behalten, waren preisgünstig und sind hochwertig. Über einen Rückversand können also keine Angaben gemacht werden.

Taschenfederkern und Federkern-Matratzen – die gute, alte Qualität

Allgemein gibt es bei Taschenfederkernmatratzen und den weicheren Federkern-Matratzen kaum Probleme. Diese Modelle werden am wenigsten zurückgeschickt. Überlegen wir einmal warum: Es sind die herkömmlichsten, seit Jahrzehnten bewährten Modelle. Der Körper wird durch Dutzende oder Hunderte von Federn abgestützt und gefedert. Er kann punktuell aufgefangen werden und so passen sich diese Modelle den verschiedenen Körperformen mit Leichtigkeit an. Genau deswegen hatte früher jeder Haushalt solche Matratzen. Im Grunde gab es früher, also bis in die 60er, 70er Jahre nicht so viel Rückenprobleme wie heute und auch kein Überangebot an Matratzen. Meist kaufte man ein gutes Modell und nutzte es bis zu 10 Jahren!
Wenn die Matratze durchgelegen war, merkte man dies an einer Kuhle und an Kreuzschmerzen. Ansonsten brauchte man damals nicht für jede Körperform und jeden Schläftertypus ein spezielles Matratzenmodell. Auch die 7 Liegezonen waren überflüssig. Speziell die Taschenfederkern-Matratze kann den Körper punktuell unterstützen und Druck abfangen. Im Grunde eignet sie sich für jeden Körpertypus. Es muss nur geschaut werden, wie hart oder weich sie sein soll.

Die Taschenfederkernmatratze ist hochwertiger und teuer als Federkernmatratzen. Sie hat sehr viele einzelne Federn, die in kleine Stofftaschen genäht sind. Sie kann den Rücken und Körper punktueller stützen als die Federkernmatratzen.

Federkernmatratzen haben ein miteinander verbundenes Federsystem. Sie federn mehr als die Taschenfederkernmatratzen, deswegen schwanken oder schwingen diese Matratzen beim Umdrehen auch nach.
Welches Modell für die eigenen Bedürfnisse passend ist, muss man individuell ausprobieren. In einer passenden Matratze fühlt man sich schon in der ersten Nacht wohl. Während man sich mit einer falschen Matratze nicht unbedingt mehrere Nächte lang quälen sollte. Auch wenn allgemein behauptet wird, der Körper braucht 7 Wochen um sich an eine neue Matratze zu gewöhnen. Warum gerädert aufwachen, wenn es auch bequeme Matratzen gibt?

Nora B.

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Bildrechte: Titel: Stiftung Warentest, Produkte: Amazon.de

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