Früher habe ich sie geliebt, fühlte mich damit selbstbewusster und überzeugender. Ich habe unzählige Arbeitstage auf 10-Zentimeter-Stilettos verbracht, bin tapfer durch endlose Flure geeilt und habe in Meetings gestanden, während meine Füße leise um Gnade flehten. Doch irgendwann kam der Moment, in dem ich mir die Frage stellte: Warum tue ich mir das eigentlich an? Wer hat entschieden, dass Kompetenz, Haltung und Stil unbequem sein müssen?
Gut, in der heutigen Zeit erwartet niemand von einem, dass man High Heels trägt, außer man macht bei GNTM mit. Aber wir wissen alle, dass die Teile toll sind, das Bein unglaublich strecken, dich größer und souveräner wirken lassen, dass sie sexy und unglaublich schick sind. Je nachdem, wie man sie kombiniert. Es gibt nun mal Frauen, die lieben sie und solche, die brauchen sie nicht. Tja, ich mag sie wirklich, aber ich trage sie nicht mehr so oft.
Der Abschied vom Stiletto
Versteht mich nicht falsch: Ein schöner High Heel ist ein Kunstwerk an sich, quasi ein Ausstellungsstück, das man auch im Glaskasten präsentieren könnte. Ich jedenfalls bin fasziniert von diesen Formen… Aber im echten Büroalltag, auch in der Modebranche – zwischen Kaffeeküche, Kopierer und dem schnellen Gang zum Lunch – sind sie oft eher ein Hindernis als eine Hilfe. Zudem finde ich: Nichts wirkt unentspannter als eine Frau, die auf ihren Schuhen balanciert, statt sicher aufzutreten. Also das gilt für all jene, die nie so recht gelernt haben, auf hohen Sohlen sicher zu gehen und sich aber dazu zwingen. Denn wie wir alle von Jorge Gonzalez gelernt haben: Das muss man oft richtig üben, das wird einem nicht in die Wiege gelegt.
Als ich Bella neulich davon erzählte, lachte sie nur. Sie trägt ins Büro (sie macht gerade ein Praktikum) ohnehin fast nur Loafer oder „Cloud-Sneaker“. Ganz so sportlich mag ich es bei Kundenkontakt dann doch nicht, aber sie hat mich inspiriert, nach Alternativen zu suchen, die Komfort und Eleganz vereinen.
Meine drei Favoriten für den „flachen“ Business-Look
Hier sind meine persönlichen Lebensretter, mit denen ich den ganzen Tag schmerzfrei und trotzdem top gestylt überstehe:
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Pointed Flats (Spitze Ballerinas):
Der absolute Geheimtipp. Dadurch, dass sie vorne spitz zulaufen, strecken sie das Bein optisch genauso wie ein Absatzschuh. In Schwarz oder Beige wirken sie extrem elegant zum Hosenanzug oder zum Bleistiftrock.
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Edle Loafer:
Ein Klassiker, den ich neu für mich entdeckt habe. Ich investiere hier gerne in hochwertiges Leder (mein kleiner Luxus, den ich Jahre trage). Sie geben jedem Outfit sofort eine intellektuelle, britische Note – sehr schick zu verkürzten Hosen.
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Kitten Heels (für die Übergangszeit):
Wenn es doch mal ein kleiner Absatz sein soll, dann sind die 3 bis 5 Zentimeter der Kitten Heels perfekt. Sie sind die „erwachsene“ Lösung für alle, die sich ganz ohne Absatz zu klein fühlen.
Also… sicher und bequem auftreten statt nur Aufsehen erregen
Souveränität kommt von innen – und davon, wie sicher man auf dem Boden steht. Seit ich im Büro auf flache, aber hochwertige Schuhe setze, fühle ich mich in Meetings doch viel präsenter. Ich denke nicht mehr über meine brennenden Fußsohlen nach, sondern über das nächste Projekt.
Ein teurer Designerschuh darf bei mir jetzt flach sein. Das ist für mich eine Investition in meine Lebensqualität, die ich keinen Tag bereue.
Wie handhabt ihr das im Job? Seid ihr noch Team „High Heel“ oder habt ihr eure Absätze auch schon gegen schicke Flats getauscht?
Bleibt euch treu, aber nicht stehen,
Eure Liliane
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