Wie auf Wolken oder wie auf Eiern? Was ist dran am Hype um die Pammys

Wie auf Wolken… oder wie auf Eiern? Mein ehrlicher Erfahrungsbericht zu den Hype-Schuhen von Pammys

Wer regelmäßig auf Instagram oder TikTok unterwegs ist, kennt sie: die ultraweichen, klobigen Schlappen von Pammys. Bunt, stylisch, omnipräsent. Gefühlt jede zweite Influencerin schlendert damit aktuell durch ihre Stories und schwört Stein und Bein: „Mädels, man geht darin wie auf Wolken!“  Als Modeblogger sind wir bei solchen Hypes ja naturgemäß neugierig. Wer wünscht sich schließlich nicht ein Schuhwerk, das sich anfühlt wie ein Dauer-Wellnessurlaub für die Füße? Also habe ich den Schritt gewagt, das Preisschild kurz ignoriert und mir ein Paar gegönnt.

Doch nach den ersten Alltagstests muss ich ganz ehrlich fragen: Sind diese Schuhe ihren Hype (und ihr Geld) wirklich wert – oder zahlen wir hier am Ende nur für cleveres Marketing und ganz viel Plastik?

Der erste Eindruck: Synthetik für teures Geld

Sagen wir es, wie es ist: Pammys bestehen im Wesentlichen aus EVA-Kunststoff. Hochwertig verarbeitet, klar – aber schlussendlich bleibt es ein Plastikschuh. Dafür einen stolzen Premiumpreis aufzurufen, ist eine Ansage.

Aber gut, der erste Moment beim Reinschlüpfen ist tatsächlich faszinierend. Die dicke Sohle gibt nach, federt jeden Schritt ab und fühlt sich im ersten Augenblick fantastisch an. Man versteht sofort, woher der Vergleich mit der „Wolke“ kommt. Aber wie das mit Wölkchen eben so ist: Manchmal zieht recht schnell ein Gewitter auf.

Der Treppen-Aha-Moment: Wenn die Wolke ins Schwimmen gerät

Der echte Praxistest findet bekanntlich nicht auf dem ebenen Boden in der Wohnung statt, sondern im Alltag, bei der Hausarbeit etc. Mein persönlicher Aha-Moment kam recht schnell – und zwar an der nächsten Treppe…

Wer mit den Pammys eine Treppe zügig hochsteigt, merkt erst, wie schwammig diese Sohle wirklich ist. Weil das Material so stark nachgibt und keinerlei festen Kern oder Führung besitzt, kippelt der Fuß leicht zur Seite weg. Bei jedem Stufen-Auftritt muss das Sprunggelenk aktiv arbeiten und ausbalancieren, um Halt zu finden. Von Stabilität keine Spur! Man stakst eher wie auf rohen Eiern als souverän die Stufen hochzugehen. Das mag noch ok sein, wenn man einfach nur die Treppe rauf- und runterwill. Wenn man aber etwas Schweres trägt oder auch nur den Wäschekorb, kann es echt gefährlich werden.

Was Orthopäden zu der klobigen Dämpfung sagen

Dass dieses „Schwamm-Gefühl“ nicht nur eine Einbildung von mir ist, bestätigen auch viele Fußexperten und Orthopäden:

  • Eingeschlafene Fußmuskeln: Wenn ein Schuh extrem weich dämpft, übernimmt die Sohle die komplette Arbeit. Die kleine Fußmuskulatur, die uns eigentlich stabilisieren soll, wird träge.

  • Fehlende Führung: Ohne ein geformtes Fußbett oder seitliche Haltelinien hat die Ferse keinen festen Stand. Die Umknickgefahr steigt.

  • Weich ist nicht gleich gesund: Nur weil sich etwas im ersten Moment bequem anfühlt, ist es für die Haltung noch lange nicht ergonomisch.

Mein Mode-Fazit: Wann funktionieren sie (und wann nicht)?

Ich werde die Pammys jetzt nicht direkt in die Tonne kloppen – dafür waren sie schlichtweg zu teuer und optisch mag ich den chunky Chunky-Look zu lässigen Loungewear-Outfits eigentlich ganz gerne. Und das weiche Gefühl an der Sohle ist natürlich super angenehm, besonders nach Feierabend, wenn man stundenlang anstrengende Schuhe getragen hat. Aber das sind sie halt auch – eher Wellness-Schuhe als Laufschuhe!

  • Top: Für die 10 Meter zum Mülleimer, den Weg am Swimmingpool, das Auspacken von Paketen auf flachem Boden oder als schnelle Hausschuhe für kurze Strecken.

  • Flop: Für den Shopping-Marathon in der Innenstadt, Sightseeing-Trips, längere Spaziergänge und definitiv für alles, was mit vielen Treppen zu tun hat!

Worauf du achten solltest (Das „Gesunde-Weichheits-Einmaleins“)

1. Ein geformtes Fußbett statt einer flachen „Platte“

  • Warum wichtig? Extrem weiche Schaum- oder Plastiksohlen sind oft komplett flach. Ein gesunder Schuh stützt die Längs- und Quergewölbe des Fußes und hat eine schalenförmige Fersenfassung.

  • Der Effekt: Die Ferse hat seitlichen Halt und verrutscht beim Gehen (auch auf Treppen) nicht.

2. Biegsam im Ballen, stabil in der Ferse

  • Der Test: Wenn du den Schuh wie ein Handtuch in sich verdrehen kannst, bietet er null Stabilität.

  • Das Ideal: Im Vorfußbereich sollte die Sohle biegsam sein, damit der Fuß natürlich abrollen kann. Die Fersenkappe und die Mitte der Sohle sollten hingegen verwindungssteif sein, um das Umknicken zu verhindern.

3. Anpassungsfähige Schock-Dämpfung (z. B. Kork oder EVA mit festem Kern)

  • Kork-Latex-Gemische: Dämpfen Stöße sanft ab, passen sich mit der Zeit der eigenen Fußform an und bleiben dabei formstabil.

  • Memory Foam oder Gel-Einlagen: Funktionieren hervorragend, wenn sie auf einer stabilen Außensohle aufliegen.

Das heißt wolkenweiche Sohle ja, aber sie muss darunter noch eine feste Sohle haben.

Marken & Schuh-Typen, die Bequemlichkeit & Ergonomie verbinden

  • Ergonomische Pantoletten / Clogs (z. B. Birkenstock, Bär, FinnComfort, Wolky):

    • Modelle mit dem klassischen Kork-Leder-Fußbett oder speziellen Weichbettungen. Sie sind optisch längst im Fashion-Segment angekommen und bieten dem Fuß anatomisch korrekte Führung.

  • Sneaker mit Fokus auf Fußgesundheit (z. B. Hoka, Brooks, Giesswein, Skechers mit Arch Fit):

    • Wer das Gefühl von ultraweicher Dämpfung liebt, greift im Sneaker-Bereich oft zu Hoka oder Skechers (Arch Fit). Diese Marken nutzen dickere Sohlen für maximalen Komfort, verbauen aber Führungsschienen und eine ausgeprägte Gewölbestütze, damit das Sprunggelenk nicht wegsackt.

  • Barfußschuhe mit „Soft-Faktor“ (z. B. Leguano, Wildling, Xero Shoes):

    • Bieten zwar keine dicke Dämpfung, stärken aber die eigene Fußmuskulatur. Für viele, die dicke Sohlen nicht mehr vertragen, ist das extrem biegsame, weiche Obermaterial eine Wohltat.

Mit Barfußschuhen zu laufen, muss man unter Umständen richtig trainieren.

Über Liliane Kayser 7 Artikel
Hallo, ich bin Liliane, 40+, im Büro schick unterwegs, zu Hause lässig und leidenschaftliche Schatzsucherin im eigenen Kleiderschrank. Mode ist für mich nicht, jedem flüchtigen Trend hinterherzulaufen, sondern das Neue clever mit dem Bewährten zu kombinieren. Hier schreibe ich über die Kunst, eine Garderobe aufzubauen, die Jahre überdauert – mal ergänzt durch ein nachhaltiges Öko-Label, mal durch ein besonderes Designer-Investment. Wenn ich mich mal nicht entscheiden kann, frage ich meine Tochter Bella (20+), auch wenn wir über „Drip“ und „Vintage“ herrlich unterschiedlicher Meinung sein können. Mein Motto: Lieber ein Teil, das echte Geschichten erzählt, als zehn, die nach einer Saison schweigen.

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