Plus Size Hype – wo bleiben die Zwischengrößen?

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Sarina Nowak, ehemals Teilnehmerin bei GNTM wirbelt zurzeit die Mode- und Modelwelt durcheinander, weil sie einfach ordentlich zugenommen hat und nun als Plus Size Model Karriere macht. Aktuell durfte sie sogar auf der Sports Illustrated Show laufen und präsentierte stolz ihre Pfunde.
So weit so gut und schön rund! Aber bei Betrachtung der aktuellen Bilder fragt man sich schon: Was unterscheidet das Model nun eigentlich von der Otto-Normalfrau mit einigen vielen Kilos zu viel an Bauch, Beinen, Hüften und Po? Im Grunde gar nichts. Sarina hat ein sehr hübsches, auffälliges Gesicht und erinnert viele an Marylin Monroe. Doch im Grunde gibt es hübsche und sehr attraktive „dicke“ Frauen in jeder Stadt tagtäglich zu Hauf zu bewundern. Mollig sein ist an sich nichts Besonderes, heutzutage erst recht nicht mehr.

Was stört uns am Plus Size Trend?

Ganz klar, dass die Zwischengrößen fehlen! Plus Size Models sind einfach sehr propper und nicht nur hier und da etwas zu mollig, wie es die Durchschnittsfrau eher ist. Die Mode sucht immer nach Extremen, statt normalen Frauen Vorbilder zu zeigen, die der Realität am nächsten kommen. Was ist denn die Aufgabe von Models? Sie sollen den Käuferinnen Kleidung präsentieren, die sie gerne anziehen wollen. Dazu wäre es im Grunde erforderlich, dass die Models in etwa die Maße ganz normaler Frauen haben. Aber das ist einfach nicht gegeben, auch bei den Plus Size Models nicht. Sie stellen das Bild der sehr üppigen Frau dar, während die Zero Models den Bereich Hungerhaken abdecken. Die Durschnittsfrau ist aber leider irgendetwas dazwischen. Sie kann sich weder mit den Teenie-Hüften der Zero-Models identifizieren, noch mit den ausladenden Hinterteilen und üppigen Beinen und Busen der Plus Size Models. Wenn wir ehrlich sind, dann sind Plus Size Models einen Ticken üppiger als es noch gesund ist!

Wo bleiben Models mit ein paar Pfündchen zu viel, statt gleich 10 – 15 Kg? Dieser Bereich bleibt einfach leer. Mädchen und Frauen von 15 Jahren bis 100 müssen aus diesen beiden Extremen wählen, wenn sie Kleidung für sich präsentiert bekommen wollen.

Sehr üppige Models stehen genauso wenig für Gesundheit wie sehr dürre Models. Leider ist beides gerade Trend. Es scheint quasi so, als wäre alles besser, als einfach eine normale Durchschnittsfrau abzubilden.

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Sarina Nowak liebt ihre neuen Kurven. Zum einen bekommt sie damit viel mehr Aufmerksamkeit, zum anderen muss sie sich beim Essen nicht mehr zurückhalten und darf genießen, was sie möchte. Das Glück mit der neuen Figur sei ihr gegönnt, vor allem, weil sie als schlankes Model weniger auffiel. Aber dennoch ist der Trend zur Üppigkeit weder gesund noch die Abbildung eines neuen Schönheitsideals. Man muss leider sagen, man macht hier die Not zur Tugend. Da immer mehr Frauen weit eher Kleidergröße 44 statt 34 tragen, hat die Modeindustrie seit längerem nachgezogen und bietet Mode in Übergrößen an.

 

By @lennartbredepictures

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Sarina Nowak in schlank machte zwar eine tolle Figur und fiel mit ihrem Schmollmund plus Zahnlücken auf, war Heidis Kunden aber immer eine Spur zu lasziv und sexy. Die neue Figur passt zum Image. Eine Marilyn Monroe hatte aber keine so üppige Figur, sondern einige Kilos weniger. Ein gesundes Frauenbild in unserer Gesellschaft würde nicht in erster Linie die Extreme herausstellen, sondern ein gesundes Körpermaß, wie es beispielsweise die Hollywoodstars der 1950er Jahre noch hatten.
Jede Frau mit Größe 38 hat ein wenig Kurven, die die Modeindustrie nicht haben will. Warum eigentlich? Nun der Grund ist erschreckend berechnend: Bildet man Frauen mit Kleidergrößre 38 ab, so wirkt die Kleidung nicht mehr so richtig streckend und verschlankend. Allgemein verkauft sich Kleidung am besten, wenn die Models darin schlank und rank aussehen (außer bei Plus Size Models, bei denen dies nicht das Ziel ist, da Frauen mit Übergrößen einfach wissen, dass sie nicht schlank und rank aussehen werden, egal, was sie anziehen. Sie wollen kaschierende Kleidung und ihre Vorzüge betont wissen).
Nimmt ein Modedesigner nun eine durchschnittlich gebaute Frau, die auch nicht über 175 cm groß ist, so wirkt seine Kleidung eher gedrungen und viele Stücke nicht mehr so vorteilhaft wie an einer gertenschlanken Person, die sich auf Größe 34 heruntergehungert hat.
Modedesigner in der heutigen Zeit machen es sich also sehr, sehr einfach, auf Kosten der Mädchen und Frauen, die ihre Mode konsumieren wollen.
Wurde früher der weibliche Körper, so wie er nun mal von Natur aus geformt ist, akzeptiert und mit Abnähern, Volants und hübschen Schnitten regelrecht „umnäht“, muss heute sogar ein sackartiges Kleid an der Trägerin schön schlank aussehen. Wenn es das nicht tut, muss eben ein noch dünneres und vielleicht größeres Model her. Verkehrte Welt, oder?

Lasst euch also nicht veräppeln. Der Plus Size Trend ist war eine nette Sache und schafft ordentlich „Gegengewicht“ zu den verhungerten Zero-Models, doch ist er auch nicht ehrlich und realitätsnah. Die meisten Frauen wollen ehrlicherweise schlanker sein als die Plus Size Models, wenn auch nicht eine Größe 34 oder 36 haben.

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